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Traum:   Das Tier in mir    
(vom 12.07.2010)
Mein Traum findet im Schnee statt an einer Skipiste an die eine alte hölzerne Burg grenzt. Ich bin umgeben von Arbeitskollegen die ein Theaterstück aufführen sollen. Wir sind am Proben. Plötzlich sitze ich in einer zweier Gondel und fahre mit einer anderen unbekannten Person den Abhang hinunter. In mir ist Wut und ich stoße die andere Person von der Gondel, sie fällt nicht tief. Alle auch ich sind erstaunt über meine Tat. Ein Kollege entpuppt sich als Psychologe und versucht mich zu verstehen. Ich sehe mich im Spiegel mit einem kahlen Kopf und einem enstellten Gesicht mit einer kleinen Wunde an der Stirn. Es ertönt ein Popsong auf englisch in dem der Refrain "Cry me" erklingt. Ich wache auf und bin geschockt über mich selbst.
Gruß
Didi
 
   Deutung:  
Liebe Träumerin, yeah, der Traum selbst ist eine Theaterposse mit einer Burgkulisse, ordentlich action und einer feinsinnigen Pointe. Man könnte denken, dass dir Theater – als Zuschauerin oder Akteurin - auch im normalen Leben mindestens gelegentlich nicht fremd ist. Kernpunkte sind das Wegstoßen aus Wut und dein entstelltes Gesicht.
Wodurch entsteht eigentlich Wut? Wut entsteht aus einem Ohnmachtsgefühl. Man hat das Gefühl, es wird mit einem etwas gemacht, was man als nicht gerechtfertigt empfindet. Jemand hat mit einem etwas sehr Falsches gemacht, und es bleibt einem eigentlich nur noch übrig, es dem anderen heimzuzahlen durch einen Gewaltakt. Damit möchte man das Geschehene am liebsten ungeschehen machen, was natürlich nicht gelingt. denn es ist bereits passiert. Man kann nichts mehr daran ändern. Es geht nur noch um Genugtuung.
Aber danach, nach der Tat, nach dem Wutausbruch kommt dann doch das Erschrecken, zu was man fähig ist. Und es kommen Schuldgefühle auf, richtige Bestrafungsängste. Es kann ja nur gerecht sein, wenn man für so eine schreckliche Tat bestraft wird, wenigstens mit einem entstellten Gesicht, und einer Wunde darin. Das geschieht einem recht. So weit die Traum-Logik bzw. die Logik, die der Traum ausdrückt.
Schon der Schnee zeigt an, da sind Gefühle erkaltet, die dann letztendlich zu einer bitteren Reaktion als Gegenreaktion kompensiert werden müssen. Eine Burg als Kulisse zeigt etwas Trutziges, Wehrhaftes an. Sie schafft damit den Nährboden für eine aggressive Stimmung und Handlung. Das ist doch vom Traum-Ich schon mal sehr gut gewählt. Einfach super einfallsreich, unser Traum-Ich.
Wer ist nur diese unbekannte Person? Nun, sie ist zunächst schon mal unbekannt. das bedeutet, nicht konkret. Dennoch es könnte eine Person aus deinem Umfeld sein, die Wut in dir ausgelöst hat. Vielleicht unbewusst. Es könnte natürlich auch für eine falsche Entscheidung, Handlung oder für wuterzeugende Umstände stehen. Gondel könnte einen Hinweis auf eine Liebesbeziehung und eine entsprechende Enttäuschung sein.
Geschockt bist du über dein Verhalten. Ja, im Außen tun wir so etwas nicht. Aber innen brodelt es dann schon mal. Und das führt dann zu einer notwendigen Entladung im Traum.
Der Spiegel zeigt dir dann auch, wie sinnlos deine Wut ist. Dir wird ein Spiegel vorgehalten mit dem Ergebnis, dass durch die Wut nichts als Entstellung, also Unsinn, entsteht, so gesund manchmal Wut auch sein mag.
Dein Traum-Ich zeigt dir also, dass du mit Wut nicht weit kommst. Du musst also geschicktere Wege finden, um mit einer weniger angenehmen Situation fertig zu werden. Ganz bestimmt gibt es bei längerem Nachdenken auch andere, vielleicht viel genugtuendere, zufriedenstellendere Wege.
Klaus