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Hausschwein und Grufties
 

Ich war in einem Wald, nichts Besonderes. Es war flaches Land, der Bewuchs an Bäumen war eher spärlich, aber recht homogen. Es war Winter, es lag Schnee. Ich war wohl mit meiner Lebensgefährtin in diesem Wald unterwegs. Dann lag da irgendwas, es könnte auch ein Stück Holz gewesen sein. Ich erkannte dann aber, dass es ein noch sehr junges, ganzes, gefrorenes Hausschwein war, das wohl schon eine Weile dort lag. Es war kaum als solches zu erkennen. Ich sah nur sein Hinterteil. Halb darunter lag meine Lebensgefährtin. Sie war aber nicht eingeklemmt oder so, auch nicht gefroren, sie lag da halt. Sie bewegte sich nicht und redete auch nicht. Ich sah sie auch nur von hinten. Dann waren da zirka sechs oder sieben „Gothics“ oder „Gruftis“ (Leute, die sich schwarz kleiden, das Tageslicht meiden, sich mit düsteren Kulten und dem Tod beschäftigen und nachts auf Friedhöfe gehen). Zu dieser Gruppe gehörte ich dazu, war einer von ihnen. Dann kommt die Schlüsselszene: Ich stand (neben mir immer noch die „Gothics“) auf einem sehr großen Holzstumpf (mindestens 2 x 2 x 1 Meter groß). Dieses Holz hatte eine merkwürdige Struktur mit vielen Hohlräumen, so wie die eines Gitternetzes oder eines Schwammes, nur nicht so labbrig, sondern relativ fest und nur ganz leicht elastisch, so wie normaler Kunststoff vielleicht, aber halt mit Luftlöchern durchsät. Dann sackte ich in diesem Holz ein. Ich spürte und hörte deutlich das Knacken und Brechen der Holzstruktur. Ich war aber nicht gefährdet und verspürte auch keinerlei Angst. Als ich weiter einsank, ging/sprang ich dann relativ locker von dem Holzstumpf herunter. Dann war ich wieder in der Gruppe der „Gothics“. Wir standen dann so, wie eine Gruppe von Jugendlichen steht, die gerade etwas angestellt hat. Ich fühlte mich auch so, als ob ich etwas Unrechtes getan hätte. Wahrscheinlich war damit das Zerbrechen des Holzstumpfes gemeint.
-Traumszene Ende -

Mein Gefühl sagt mir, dass dieser Traum vielleicht etwas mit der Beziehung zu meiner Lebensgefährtin zu tun hat. Wir sind seit Jahren ein Paar und haben gemeinsame Kinder. Sexuell läuft kaum noch etwas, was mich aber eigentlich nicht stört. Ansonsten kommen wir ganz gut miteinander aus. Konflikte verlaufen eher produktiv, das heißt, wir nähern uns nach einem Konflikt einander an.
Schon mal vielen Dank im Voraus für das Traumdeuten.
 
Deutung: Hausschwein und Grufties
Lieber Träumer,
schon der Wald kündet von einer wenig lebendigen Situation. Spärlich, aber geordnet. Die Winterszenerie bestätigt das. Ebenso der Schnee. Und das gefrorene Hausschwein. Das Holz, auf dem du sitzt, bietet keine Basis, es trägt dich nicht. Die Basis ist hohl, brüchig. Du selbst bist im Traum ein Grufti geworden. Leute mit diesem Hintergrund beschäftigen sich nicht mit dem Leben, sondern mit dem Tod, dem Düsteren, weil sie das Leben nicht zu leben verstehen, weil sie vom Leben nicht wirklich etwas verstehen. Für sie gibt es keine Chance, man gewinnt Genugtuung nur noch aus Perversität, sie haben sich aufgegeben. Begeisterung existiert nicht mehr. Das Leben ist öde, trocken, brüchig. Sie sehen nur noch das Negative. Das Positive erscheint ihnen unglaubwürdig, ja sogar naiv. Sie haben sich selbst ihre Begrenzungen geschaffen, aus denen sie keinen Ausweg mehr sehen und wollen deshalb aus einem Anti Kraft schöpfen, was ihnen natürlich nicht gelingt.

Ein gefrorenes Schwein liegt auf deiner Freundin. Sexualität in Verbindung mit Schwein? Da kommt der Gedanke an Schweinerei, und das hat etwas mit Verachtung oder Verurteilung zu tun. Sexualität ist eingefroren und negativ belegt. Hier stimmt etwas nicht. Hier wird etwas nicht gelebt, weil es verurteilt wird, was zu einem Gefrieren führt. Da kann man ja nur noch auf Grufti-Gedanken kommen. Das Leben in der Partnerschaft, langweilig, geordnet, die Sexualität negativ belegt. Dein Traum-Ich zeigt dir den Zustand auf, der in deinem Innern in dieser Beziehung besteht.

Das kann es nicht sein. So kann man sein Leben nicht vertrödeln, es sei denn, man will ein Heiliger werden. Man kann sich eine Weile lang vormachen, dass man Sexualität nicht braucht. Man kann sich sogar ein schlechtes Gewissen einreden, wenn man Sexualität doch noch wichtig findet. Du bekommst also auch noch das Gefühl, etwas Unrechtes getan zu haben. Ein geschnitzter, irgendwie künstlich wirkender Sitz (mit der Assoziation Plastik) bricht zusammen. Weil du versucht hast, auf dieses vorhandene Fundament zu setzen (wörtlich: dich zu setzen). Du bekommst also sogar noch ein schlechtes Gewissen, wenn du dich auf eine künstlich aufrecht erhaltene Struktur setzen möchtest.

Also, die Situation, in der du dich befindest, bedarf dringend einer Änderung. Das Leben ruft. Auch wenn das Leben in diesem Traum nicht wirklich stattfindet, so ergibt sich diese Feststellung als Konsequenz aus dem Traum. Und wenn es nicht um Sex, sondern um den Austausch von Gefühlen gehen sollte, sogar dann gilt das. Dann wäre die Szene in Richtung mehr Lebendigkeit zu deuten.

Das Thema Sexualität, Leidenschaft, Liebe sollte also angegangen werden. Wo liegen die Ursachen für das Nicht-Miteinander-Können im körperlichen Bereich. Schon ein nur eingeleiteter Klärungsprozess würde ein Schritt in die richtige Richtung sein.

Auf die Dauer wird normalerweise eine Beziehung ohne wenigstens gelegentlichen Sex nicht gehen. Sex gehört zum Leben dazu. Genauso wie die Natur sich in einem ständigen schöpferischen erotischen Zustand befindet. Vielleicht sollte man sich mal wieder etwas besonders Nettes sagen usw. Also, sich aussprechen und nach Lösungen suchen, damit Begeisterung und Lebendigkeit in die Beziehung zurückkommen.
Klaus
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