TRÄUME DEUTEN - VERSTEHEN - LEBEN
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Kindesmisshandlung und Angst
 

Vor fast vier Wochen hatte ich einen schlimmsten Alpträume an den ich mich erinnern kann. Ich träume sehr viel und habe auch oft sehr chaotische und gewalttätige Träume. In den letzten Monaten habe ich zum Beispiel regelmäßig geträumt, dass ich nach wilden Verfolgungsjagden durch ein oder mehrere Personen sterbe.
Dieser Traum war jedoch sehr speziell: Ich bin als nicht sichtbare Person Beobachter von gruseligen Szenen in einer Wohnung. Ein Ehepaar fängt, quält, missbraucht und tötet Kinder, auch die eigenen und hängt sie zum Trocknen und zur Ausstellung im Bad aus. Alles ist düster und es liegt eine unheilvolle grausame Atmosphäre in der Luft. Ich bin als Beobachter einerseits total entsetzt und zum anderen auch froh, dass ich nicht selbst an dem Geschehen teilnehmen muss.
Szenenwechsel: Es ist Nacht. Die Wohnung ist jetzt ein Haus. Ich bin ein Mädchen ca. 11 sehe aber anders aus als ich in Wirklichkeit in dem Alter ausgesehen habe. Ich war oft wie ein Junge (Aussehen + Verhalten), in dem Traum bin ich ein Mädchen im Aussehen und Verhalten. Ich bin mit meinem Vater in der Gewalt des Kinderquälers (die Frau ist weg, es ist nur noch der Mann da). Ich werde seelisch und körperlich misshandelt und gequält, ein Entkommen ist unmöglich. Mein Vater kann mir nicht helfen und dann ist auch er weg. Dafür ist ein neuer Mann da, der mir versucht zu beizustehen und zu helfen. Meine seelische Pein geht soweit, dass ich als einzigen Ausweg sehe, mich selber umzubringen. Der freundliche Mann gibt mir Schlaftabletten dafür und ich beschließe von einer Art Sprungbrett aus dem Fenster zu springen. Aber der Selbstmord gelingt nicht. Ich springe, aber irgendwie war alles inkl. Schlaftabletten eine Attrappe. Es stellt sich heraus, dass der freundliche Mann auch zu dem Kinderquäler gehört und dass es der Plan ist, Hoffnung zu schüren und dann zu zerstören. Die beiden Männer lachen sich einen Ast, dass es ihnen gelungen ist, mich so zu verarschen. Sie haben eine unheimliche, ich würde sagen sadistische Freude daran, mich zu quälen. Meine Ängste und meine Verzweiflung steigen in dem Traum immer mehr an und münden in Entsetzen und Panik als mich die beiden Männer nackt in eine Badewanne voller Blut stecken und immer wieder untertauchen. An dieser Stelle wache ich auf. Diese Nacht konnte ich nicht mehr wirklich schlafen und der Traum ging mir noch sehr, sehr stark für mindestens eine Woche nach.
Lebenssituation: Meine Beziehung hat sich totgelaufen. Ich kann meinen Freund aufgrund seiner Schwächen nicht mehr als Mann achten. Ich liebe ihn wie einen Bruder, er ist mein bester Freund. In sexueller Hinsicht läuft schon seit geraumer Zeit nichts mehr. Die sexuelle Seite unserer Beziehung war von Beginn an nicht sehr befriedigend. Die Verbindung war viel mehr geistiger Natur und für mich ausreichend.
Gleichzeitig hatte ich in letzter Zeit auch häufig erotische und sexuelle Träume. Seit mehreren Monaten fühle ich mich ungewöhnlich stark zu einem anderen, viel jüngeren Mann hingezogen, den ich kaum kenne. Allein seine Gegenwart macht mich komplett nervös (was für mich absolut ungewöhnlich ist, fühle mich wie ein Teenager). Eine Zeit lang glaubte ich auch starke Zuneigung von seiner Seite aus wahrzunehmen, aber auf Nachfrage hat er alles geleugnet (ca. eine Woche nach meinem Traum). Ich durchlebe seit dem eine Gefühlsachterbahn (auch schon vorher), kann mich aber auch nicht wirklich, was ich auch nicht gedacht hätte, von diesem Mann lösen. Ich fühle mich auch nicht wirklich schlecht dabei, im Gegenteil ich fühle mich sehr lebendig.
 
Deutung: Kindesmisshandlung und Angst
Liebe Träumerin, die Verfolgungsträume bezeugen, dass man vor etwas Angst hat. Du stellst dich nicht, sondern versuchst zu entfliehen. Wenn man sich nicht stellt, können die Verfolgungsträume immer monströsere Formen annehmen, solange, bis man sich den inneren Gefühlen schlussendlich stellt. So auch bei dir. Träume sind nur dann krass, wenn man sich nicht stellt. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich umzuwenden, wenn man nicht noch krassere Träume haben möchte. Einsicht ist gefragt. Doch Einsicht worauf oder worein und umwenden wohin?

Wovor läufst du davon? Was ist es, dass du nicht wahrhaben oder zulassen willst? Verfolgungsträume gehen oft mit tief sitzenden Schuldgefühlen oder Versagensgefühlen einher. Man traut sich nicht, etwas zu tun, was man eigentlich längst tun müsste. Du wirst verfolgt, "bis du stirbst". Genau. Sterben heißt hier, bis du etwas komplett neu machst oder siehst. Sterben symbolisiert ja den ersten Schritt zu einer Sinneswandlung. Das Alte muss erst komplett sterben, bevor etwas Neues Platz greifen kann.

Und damit du verstehst, dass du nicht entrinnen kannst, wird sogar jede Handreichung eines zunächst freundlich scheinenden Mannes umgedreht und der Spieß wieder gegen dich gerichtet. Du siehst, du hast gar keine andere Chance mehr, als endlich die Herausforderung anzunehmen.

Ein Kind oder Kinder verkörpern die Zukunft. Die Zukunft wird gequält, mißhandelt, erscheint aussichtslos, weil alles ja doch im Tod durch Leute endet, die sich zu Quälern entpuppen. Erst bist du nur Zuschauer. Immer mehr wirst du dann selbst zum Opfer. Scheinbare Hilfe wird umfunktioniert zum Gegenteil, zu noch größerem drohenden Unheil. Die Szenerie steigert sich und wird immer noch schlimmer. Schlimmer scheint es schon gar nicht mehr zu gehen. Dein dich liebendes Traum-Ich muss wirklich "hart arbeiten", um dir deine Zukunft zu zeigen, wie sie sein wird, wenn du nichts an deiner Einstellung änderst. Dann werden die Kinder getrocknet. Was für ein tolles Bild, um deutlich zu machen, dass eine wenig glückliche Zukunft bevorstehen würde, wenn du in deiner Einstellung so bleibst wie bisher.

Was also muss noch geschehen, damit du etwas erkennst, was du bisher nicht wahrhaben willst. Es ist etwas, was ganz nahe liegt. Dein Traum-Ich will dich ja eigentlich nicht quälen. Im Gegenteil, es will dir helfen, indem es dich mit solchen Bildern schockiert.

Da also Kinder im Zentrum stehen, betrifft es wie gesagt deine Zukunft. Sich zu stellen, dazu gehört Mut. Den hast du noch nicht genug, weil du ja wegläufst. Sollte sich in naher Zukunft so ein Verfolgungs- oder Schreckenstraum wiederholen, solltest du dein Muster entschieden ändern.

Verfolgungsträume sind Träume, die sehr viele Menschen haben, wahrscheinlich zeitweise sogar alle Menschen. Nimm dir vor, bei einem nächsten Traum dieser Art, dein Muster zu ändern: Stelle dich mutig hin, drehe dich um, und lass das scheinbar Böse kommen. Du wirst sehen, dass etwas Unfassbares geschieht: das Ungeheuer wird sich verwandeln. Du musst dich mit innerem Selbstbewusstsein nur entgegenstellen. Das ist alles. Damit hast du den ersten entscheidenden Schritt zu einem Wandel getan. Oft wird das Böse (das Monströse) sogar zu einem freundlichen, netten Ratgeber, dem du Fragen stellen kannst. Meist antwortet es mit klaren Gefühlen, die dir dann kommen, die dir den Mut geben, von nun an mutig das zu tun, was sich in deinem Innern als richtig und als selbstverständlich anfühlt. Das ist dann dein Weg.

Wenn du dich dann im Leben auch noch mit dieser Einstellung den Herausforderungen stellst, nicht vor der Lösung von schwierigen Herausforderungen "wegläufst", sondern ihnen entschieden entgegentrittst, dann hast du gewonnen. Verfolgungsträume treten dann nicht mehr auf. Die Angst ist besiegt.

Sei es, dass du das Problem mit deinem "besten Freund" mutig und völlig eindeutig klärst (ohne Gewissensbisse zu haben), sei es, dass du zu deinen erotischen Abenteuern stehst (ohne Schuldgefühle oder andere negative Einbildungen zu haben). Dein Traum-Ich will dir letztendlich sagen, "mache das, wozu du wirklich stehst, fühle deine innere Kraft und richte dich nicht nach eingebildeten, von anderen übernommenen, bisherigen Verhaltensmustern." Wenn du das machst, wirst du dich frei und gut fühlen und die anderen in deiner Umgebung werden deine neue Kraft spüren. Das geht dann nicht mehr mit Auseinandersetzungen sondern viel milder, es bekommt den Charakter des Selbstverständlichen, das letzten Endes auch für die anderen richtig wird. Wenn der jüngere Mann nicht will, dann kannst du doch trotzdem alle deine Gefühle in erotischen Tagträumen ausleben. Warum solltest du dann nicht einem Mann begegnen, mit dem du genau das erleben kannst, was du möchtest. Du wirst das Geschehen dann mit deiner neuen Kraft besser in deinem Sinn steuern können.
Wenn du die Kraft der Selbstverständlichkeit und der spielerischen Freude fühlst, in dem was du tust, kannst du andere dazu begeistern, das zu tun, was du von Herzen schön findest.
Klaus
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