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Mit der Ex im Winter auf der Parkbank
 

Ich saß mit meiner Ex-Frau, die ich vor knapp einem Jahr über Nacht verlassen habe, auf einer Parkbank. Sie zu meiner Linken. Wir hatten beide Fellmäntel an und saßen auf Abstand. Sie sah zu mir herüber und strich mir ihrem rechten Zeigefinger leicht über meine Wange. Ich war traurig, auch noch lange nach dem Aufwachen. Im echten Leben redet sie nicht mit mir. Und ich will auf keinen Fall zurück.
 
Deutung: Mit der Ex im Winter auf der Parkbank
Lieber Träumer, eigentlich ist der Fall auch bei diesem Traum ziemlich klar. Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass ihr beide euch emotional nicht öffnet. Fellmäntel bieten Schutz vor Verletzung, die nötige wärmende Zuwendung fehlt. Ihr versucht, sie euch durch die Fellmäntel selbst zu geben, nicht aber den anderen teilhaben zu lassen. Der Abstand auf der Parkbank, also dort, wo es eigentlich romantisch und gefühlvoll zugehen könnte, bekräftigt diesen Eindruck noch einmal. Immerhin, sie streicht dir mit dem Zeigefinger über die Wange. Wange ist im Gesichtslesen ein Hinweis auf soziale Einbettung. Zeigefinger ist in diesem Fall ein Wegweiser. Sie zeigt dir im Traum, dass du dich sozial einbetten solltest, das heißt, dich mehr einlassen solltest auf Gefühle, die man teilen kann.

Sie spricht im wahren Leben nicht mit dir. Warum nicht? Das kann nur daran liegen, dass sie sehr enttäuscht ist. Und du bist traurig, willst aber auf keinen Fall zurück. Das ist ja eigentlich ein Widerspruch. Genau wie ihr Verhalten widersprüchlich ist, denn im Traum streicht sie dir über die Wange und zeigt dir, wie es gehen könnte. Aber tatsächlich will sie nichts mehr von dir wissen. Das passt alles eigentlich nicht zusammen.

Wenn ihr verheiratet gewesen seid, und jetzt geschieden, jetzt aber nicht miteinander reden könnt, euch aber widersprüchlich verhaltet, dann ist da einiges aufzuarbeiten. Wahrscheinlich Vorwürfe, Mißverständnisse, den anderen nicht so sein lassen wie er ist, vom anderen zu viel erwarten, aber auch kein ausreichender emotionaler Austausch. Emotionaler Austausch kann nur stattfinden, wenn man seiner eigenen Verantwortung ständig bewusst ist. Und niemals Vorwürfe macht! Du hast... ist immer der falsche Ansatz. Farbe bekennen ("Ich bin traurig..."), nicht "weil du...", sondern einfach so. Irgendwie scheint ihr euch beide ja noch zu mögen. Ihr verhaltet euch aber steif und immer noch ziemlich unverzeihlich. Liebe fängt mit dem Verzeihen an. Und zwar gründlich.

Es kann ja sein, dass ihr nicht zueinander passt, weil eure Lebensvorstellungen total voneinander abweichen. Dann kann man sich aber trotzdem miteinander aussöhnen und gerade dann einander verzeihen. Man bricht sich auch keinen ab, wenn man sich für gemachte Fehler beim anderen entschuldigt. Und wenn trotzdem noch Gefühle da sind, dann kann man möglicherweise ganz langsam und behutsam eine Annäherung versuchen. Aber man muss der Versuchung, Vorwürfe zu machen, in jedem Fall widerstehen, selbst dann, wenn der andere das tun sollte. Wenn man der Versuchung widersteht, Vorwürfe zu machen - erst dann kann man seine eigene innere Stärke und trotz Vorwürfen des anderen dessen Liebe dahinter wahrnehmen. Also sei stark und bleibe liebevoll zugewandt, egal, wie auch immer es ausgeht.

Ein Zueinanderkommen hat nur dann einen Sinn, wenn eine positive Lebensperspektive mit Freude und Begeisterung gegeben ist. Alles andere ist sonst nur Hängen und nicht loslassen können.

Auf jeden Fall solltet ihr euch vorsichtig öffnen, verzeihen und viel Verständnis für den anderen aufbringen. Und euch auf das Positive konzentrieren. Das ist auch sehr wichtig. Alles andere wird sich dann zeigen.

Klaus
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