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sehen im Traum...
 

Manchmal, ca. einmal pro Woche, habe ich Albträume.
Hier reisse ich die Augen auf, also wirklich und die Dinge im Zimmer
verändern sich. (z.B. sehe ich Wäsche im Korb; sie verwandelt sich in
einen Wolf, der mich bedroht)Fremde Menschen kommen in mein Zimmer und wollen mich töten.
Ich wache erst auf, wenn die Situation unausweichlich ist.
Ich habe die Vermutung,´dass ich solche Träume habe, da ich in meiner Kindheit und Jugend nicht gelernt habe, mich in Konflikten mit anderen Menschen, auch nah stehenden Menschen,zu wehren.
Könnte dies eine Rolle spielen?
Susanne
 
Deutung: sehen im Traum...
Liebe Träumerin, ja, genauso. Es ist wichtig, dass wir in unseren Träumen selbst etwas ändern können. Und das kann man lernen.
Es kommt gar nicht so selten vor, dass viele Menschen solche Träume haben. Es passiert im Traum etwas Bedrohliches.
Am berühmtesten sind die Verfolgungsträume. Man rennt endlos weg, wähnt sich in Sicherheit, ist aber nicht sicher, weil man merkt, dass man immer noch verfolgt wird. Und der Verfolger kommt bedrohlich immer näher. Tiere haben ebenfalls etwas Magisches. Ein Wolf drückt auch dieses Bedrohungsgefühl aus. Es können auch Bienen oder Wespen sein, Bären, Tiger usw.

Bedrohungsträume drücken Bedrohungsgefühle aus, die an irgend einer Stelle in unserem Leben bestehen.

Woher kommen diese Bedrohungsgefühle? Was wollen sie uns mitteilen? Ist Gefahr im Anzug? Sind es Warnungen?

Warnungen oder Vorausträume können es in sehr seltenen Fällen sein, nämlich dann, wenn im Traum Szenen sehr wirklichkeitsnah dargestellt werden. Und zwar in bezug auf den Ablauf genauso wie in bezug auf die geträumten Gegenstände oder Personen.

In den allermeisten Fällen aber spiegeln Träume unsere Gefühle wider, die wir tagsüber haben. Es können Schuldgefühle sein, es können Unzulänglichkeitsgefühle sein, es können allgemeine Ängste sein. Wir werden mit irgend etwas in unserem Leben nicht fertig. Irgend etwas ist nicht im Gleichgewicht, so wie es sein sollte. Meistens hat man schon doch ein vages Gefühl, in welche Richtung das geht. Wir können oft ahnen, dass dahinter etwas steckt, was wir noch nicht beherrschen.

Das kann natürlich, wie du schreibst, auch sein, dass man nicht gelernt hat, sich zu wehren. Entweder, weil man dem anderen nicht weh tun möchte, oder weil man sich innerlich nicht stark genug fühlt.

Wie kann man das als unzulänglich Gefühlte bearbeiten?

Nun, indem man lernt, die dahinter stehende Unzulänglichkeit (mangelnde Stärke, mangelnde Auseinandersetzungsfähigkeit usw.) als eingeredeten Blödsinn zu entlarven. Oft haben wir von anderen Menschen schon in unserer Kindheit schlicht und einfach Blödsinn übernommen und daran geglaubt. Das kann aber auch in der Gegenwart so sein, dass man sich etwas einredet, was man von anderen übernommen hat. "Du bist (im Vergleich zu anderen) benachteiligt, weil du zu ... dies oder das ... bist oder weil du dies oder das nicht kannst oder hast. Also lauter Vorurteile, die man als wahr annimmt, obwohl sie alle lieblos und dumm sind.

Wir können lernen, solche Vorurteile Schritt für Schritt abzubauen. Vorurteile fallen wie Kartenhäuser in sich zusammen, wenn man sie unter dem Blickwinkel der Liebe oder anderer positiver Gefühle sieht.

Was sagt das in bezug auf deine immerhin ja oft wiederkehrenden Träume?

Ich hatte früher öfter Weglauf-Träume als eine Form von Bedrohungsträumen. Das hörte einfach nicht auf. Bis ich eines Tages mir fest vorgenommen habe, nicht mehr wegzulaufen, sondern stehen zu bleiben und abzuwarten. Im nächsten Bedrohungstraum lief ich über Felder und Wiesen. Es kam eine dunkle Gestalt auf mich zu. Ich blieb trotzdem stehen. Ich war offen. Ich wollte wissen, was die Gestalt von mir wollte. Die Gestalt kam näher. Und ich fragte, "was willst du mir sagen?". Und plötzlich, ich war ganz überrascht, verwandelte sich die dunkle Gestalt in einen freundlichen, sehr liebevollen Menschen. Ich fühlte die dunkle Kraft, wie sie sich verwandelte. Der freundliche Mensch sagte mir (nicht mit Worten, aber mit einer ganz eindeutig klaren Botschaft), dass ich vor einer Kraft weggelaufen bin, weil ich sie nicht integriert hatte in mein Leben. Ich hatte mich vor meiner eigenen Aggression gefürchtet. Warum, weil ich nicht gelernt hatte, mit Aggression umzugehen. Ich erkannte, dass ich Aggressivität gar nicht brauchte, wenn ich diesen "dunklen" Teil in mich als Kraft aufnehmen würde. Dadurch fühlte ich mich so ganz und so stark, dass ich danach keine Aggressionskraft mehr brauchte, um klar auszudrücken, was ich wollte. Die größte Kraft, die viel größer ist, als die Kraft der Aggressivität, ist die Kraft des Selbstverständlichen. Wenn man die fühlt, dann kann man auch Auseinandersetzungen führen, und bleibt dabei ganz ruhig. Warum? Weil man die innere Kraft der Ganzheit fühlt und deshalb Ruhe einfach nach außen ausstrahlt. Man tut und sagt locker das Selbstverständliche, nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe dir das so ausführlich erzählt, weil du daran sehen kannst, wie man mit seinen Träumen "arbeiten" kann. Wenn du das richtig machst, und die Übertragung der Power auf dich spüren kannst, dann kannst du anhand eines Traumes einen gewaltigen Fortschritt machen. Du wirst gewissermaßen "über Nacht" in der Lage sein, das Gefühl deiner "Ganzheits-" Power sehr locker bei irgendwelchen Auseinandersetzungen in die Wagschale zu werfen und ganz ruhig das für dich Selbstverständliche auszudrücken. Bei mir sind jedenfalls seitdem nie wieder Verfolgungsträume aufgetreten.

Also frage die Menschen, warum sie dich töten wollen. Und du wirst überraschende, sehr hilfreiche Antworten bekommen. Und Träume dieser Art verschwinden dann für immer.

Klaus
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